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Wenn Schüler „Betriebsferien“ haben ……..,
dann kann doch nur eine Geschäftsidee dahinter stecken.
So ist es auch. Seit einem halben Jahr ist sie auf dem Markt – die Schülerfirma der Regelschule
Bad Sulza.
Die Schüler der Klassen 8 und 10 wollen beweisen, dass man mit einer großen Portion Willen,
Einsatzbereitschaft und vielfältigen Ideen die gegebenen Ressourcen nutzen und an den Mann
bringen kann.
Weintrauben, Schulweinberg, Reberziehungsformen als Unterrichtsgegenstand, das „Thüringer
Weingut“ als Partner für die Lohnkelterei, das waren anfangs die Eckpfeiler für die AG
„Weinbau“.
Neu hinzu kam der Vermarktungsgedanke. Verhandlungen um den notwendigen Zukauf von
Trauben und das Suchen nach einem unverkennbaren Design brachten den Bad Sulzaer Rotling als
Schulwein hervor.
Er soll den Erwachsenen nicht nur gut munden, sondern auch den PISA – Gedanken „Phantasievoll
ist Schule anders“ unterstreichen.
Der schulische Lernstoff mit dem Wissen um marktwirtschaftliche Zusammenhänge und die
Parallele zur „eigenen“ Firma gestaltet sich transparenter. Wie in einer richtigen Firma gibt es
Geschäftsführer, Arbeits-verträge, Dienstverträge und eine Geschäftsordnung.
Das Weinfestmotto „Wir dürfen den Wein nur studieren, doch Euch laden wir ein zum
Probieren“, soll übrigens auch einen weiteren tiefen Sinn unserer Firma zeigen. Wein als
Kulturgut inmitten der Saale – Unstrut – Kulturlandschaft zu begreifen, das ist die Aufgabe, die
über dem Marketinggedanken und der Verkaufsstrategie steht.
Verkauft wurde recht gut. Der Lohn dafür war ein „Betriebsausflug“, eine selbst erwirtschaftete
Bildungsreise in das Saale – Unstrut – Triasland.
Vom Naumburger Blütengrund aus startete die Entdeckungstour. Steil hinauf ging es zum
terrassenförmig angelegten Klinger – Weinberg. Ein herrlicher Panoramablick über das
nördlichste Weinanbaugebiet Europas bot sich. Das „Steinerne Festbuch“ an den
Buntsandsteinfelsen gab Einblicke in die über 1000 Jahre alte Weinbautradition unserer Heimat.
Dann begleitete uns die „Unstrutnixe“ auf einer romantischen Flussfahrt gen Freyburg. Die
Vielfalt dieses Kulturlandes fasziniert und die stattliche Neuenburg oberhalb der vielen
Weinberge überragt die malerische Flusslandschaft. Doch auch das an Bord servierte Pasta –
Gericht passte hervorragend zu den Schülern und zur „Toskana des Ostens“.
Die vielen kleinen Weingüter, die vorbei gleitenden Lübecker Paddelboote, die Radwanderer aus
Köln, die mitreisenden Tagesgäste, sie alle bekräftigten den sonst theoretisch vermittelten
Gedanken vom Tourismus als Wirtschaftsfaktor.
Und Touristen gehen dorthin, wo etwas passiert, wo Ideen sprießen, die das Leben angenehmer
machen.
Unsere Schülerfirma ist nur ein kleines Rädchen im Wirtschaftskreislauf, doch sie hat schon
einiges bewegt. Erwirtschaftete Überschüsse kommen zum großen Teil dem Schulförderverein
zugute.
Allen Privatkunden und Geschäftsleuten in und um Bad Sulza danken wir für die Unterstützung
unseres Projektes.
Und wenn Sie mal wieder den mit der blauen Tintenkleckskappe und der Schiefertafel für sich
entdecken, dann entdecken Sie auch unseren PISA – Gedanken: Phantasievoll – Intelligent –
Sonnengereift – Ausdrucksstark.
So wie unsere Schülerfirma.
G. Opolka
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